Paartherapie

Paartherapie wird eingesetzt, um Beziehungen zu stärken und die Beziehungsqualität zu erhöhen. In der Paartherapie nutze ich verschiedene Methoden (Sie finden hier einen Überblick über mein allgemeines Repertoire) mit meinem Hauptfokus auf der sogenannten Paartherapie der Gottman-Methode (Gottman Method Couples Therapy, GMCT). Die GMCT entsprang intensiver und langjähriger Forschung an Paaren durch Dres. John and Julie Gottman und Kolleg:innen.

Ich arbeite mit Paaren mit unterschiedlichem sexuellem, geschlechtlichem, ethnischem, kulturellem und religiös-spirituellem Hintergrund, sowie solchen in verschiedenen Stadien ihrer Beziehung. Auch psychische Erkrankungen werden willkommen geheißen und in der GMCT bei Bedarf auf Paarebene thematisiert und bearbeitet.

Paartherapie der Gottman-Methode

GMCT stellt ein integratives Verfahren dar, das Methoden aus affektiven, existenziellen, narrativen, systematischen und psychodynamischen Therapien sowie der kognitiven Verhaltenstherapie nutzt.

Da Langzeitstudien zeigten, dass vier Faktoren eine besonders hohe Paarunzufriedenheit und Trennungswahrscheinlichkeit vorhersagen, ist eins der Hauptanliegen der GMCT, diese sogenannten Reiter der Apokalypse zu reduzieren. Diese sind: Kritik, Hohn, Verteidigungsmodus und Dichtmachen.

Was kann ich erwarten?

GMCT beginnt mit einer Probatorik-/Diagnostikphase, die folgende Bestandteile umfasst:

  • erste Sitzung mit Paarinterview, 90min
  • Online-Beziehungsfragebögen für jede: Partner:in
  • Einzelsitzung mit jede:r Partner:in, je 50min
  • Ergebnisrückmeldung und Therapieplanung, 75min

Danach sind wir bereit, mit der Interventions- bzw. Veränderungsphase zu beginnen. In der Regel wird in dieser Phase eine Sitzung pro Woche à 75(-90)min durchgeführt. Wie lange die Therapie dauert, hängt weitgehend von Ihrer Paargeschichte, Ihren Stärke und Belastungen, Ihren Zielen und Ihrer Motivation ab.

In der Therapie werden wir an verschiedenen Beziehungsbereichen arbeiten. Diese basieren auf der Theorie des Soliden Beziehungshauses (engl.: Sound Relationship House) und umfassen Freundschaft und Intimität, Konfliktbewältigung und das Schaffen eines gemeinsamen Sinns, der sich weiter in sieben Unterkategorien unterteilen lässt (u. a. Liebeslandkarten erstellen, Vorlieben und Bewunderung teilen, Lebensträume wahr werden lassen). Außerdem werden Vertrauen und Bindung gestärkt bzw. wiederhergestellt.

Eines der Ziele der Paartherapie sollte es sein, Sie als Paar zunehmend unabhängig von äußerer Hilfe wie der Therapie werden zu lassen. Deshalb werden Sie viele Methoden lernen, die Sie in Ihrem Alltag anwenden können (z. B. Methoden bei Konflikten oder in Stresssituationen). Diese Methoden leiten sich direkt aus Forschung über „gut funktionierende“ bzw. glückliche Paare ab.

In der Regel wird die Therapie beendet, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie als Paar bereit sind, Ihren Weg alleine zu meistern. Zuvor empfiehlt es sich, die Therapie durch seltener-werdende Treffen langsam auszuschleichen. Nach Therapieende sind einige wenige Auffrischungssitzungen (z. B. nach 6 Monaten, 1, 2 Jahren) möglich, da Studien gezeigt haben, dass dies Erfolge stabilisieren kann.

Häufige Themen in der Paartherapie

  • Paarkonflikte, Eskalationen und bedauerliche Vorfälle
  • Emotionale, körperliche oder sexuelle Gewalt
  • Mangel an Freundschaft
  • Mangel an Intimität, sexuelle Probleme, Gefühl sexueller Unzulänglichkeit
  • Aufarbeitung von Affären, Mangel an Vertrauen
  • Geringe Verbindlichkeit untereinander
  • Konflikte bezüglich individueller oder paarbezogener Träume und Wünsche
  • Auswirkungen psychischer Störungen
  • Stress durch Lebensveränderungen, externe Faktoren und Personen

Diese Liste stellt eine Auswahl möglicher Faktoren dar. Sie selbst sind Expert:in für Ihre Beziehung und können am besten entscheiden, ob eine Paartherapie erforderlich erscheint.